Archive for January, 2009
ıııııı perfect imperfection | imperfect perfection
Sunday, January 25th, 2009Der Reiz, der sooft nicht auf der Oberfläche anzufinden ist, sondern sich erst im Stillen bei genauerer Beobachtung offenart, ist die Ausgangsbasis für dieses Projekt. Im Rahmen des Kurses “Störfelder” bei Herrn Prof. Christoph Barth wurde sich mit der Komplexität der Vollkommenheit im Unvollkommenen auseinandergesetzt. Der Projekttitel “imperfect perfection | perfect imperfection” spiegelt diese Auffassung wider. Sie basiert auf dem ästhetischen Konzept der Wahrnehmung von Schönheit (Wabi-Sabi), das in Japan entstand.
Es soll die Erkenntnis gewonnen werden, dass der Reiz und die Einmaligkeit in der Unvollkommenheit der Dinge liegt. Es wird ständig mit der Wechselwirkung zwischen “Vollkommenheit” und “Unvollkommenheit” gespielt. Dabei wird auf die Schönheit und Einzigartigkeit im Verborgenen abgezielt.
Die Absicht ist es, Bewusstsein zu schaffen für die auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Dinge. Der Betrachter soll somit das Vollkommene in der Unvollkommenheit schtzen lernen und kleine Dinge neu entdecken.
Jeder ist anders und alle sind gleich. Wenn die Individualität im Charakter des Einzelnen liegt und das scheinbar Perfekte bei genauerem Betrachten dem Unvollkommenen verfällt und dadurch der Reiz des Bizarren steigt, dann erahnt man die Vielfalt der Schönheit.
Vierzehn selbstgenähte Buchstaben, jeder mit einem individuellen Charakter, bilden das Wort »Vollkommenheit«. Allerdings sind die Buchstaben nicht perfekt gearbeitet. Es hängen Fäden herab und jeder wurde einzeln gefertigt. Trotzdem zeigt die Summe die Vollkommenheit der Buchstaben und ihren Charme des Nicht-Perfekten.
Der Begriff Kreis gehört zu den wichtigsten Begriffen der Geometrie. Ein Kreis ist definiert als Menge aller Punkte der euklidischen Ebene, deren Abstand von einem vorgegebenen Punkt M gleich einer festen positiven reellen Zahl r ist. Der Kreis ist also die Ortslinie aller Punkte mit dieser Eigenschaft.
Doch ist es möglich, den perfekten Kreis mit der Hand zu zeichnen? Unperfekte Kreise, einer nach dem anderen, bündeln sich aneinander. Es ist einleuchtend, dass man den perfekten Kreis ohne maschineller Hilfe nicht zeichnen kann. Doch in der Summe der Kreise wird das Werk harmonisch und perfekt, obwohl bei Detailansicht die Einzelteile unvollkommen bleiben. Der Betrachter wird aufgefordert, sich zu beweisen und trägt somit seinen Teil zur Vollendung der Arbeit bei.
Der absolute Wunsch, dem Perfektionismus Raum zu geben. Wenn alles stimmig und aufgeräumt und nichts mehr zu verrücken ist. Dem Zustand des absoluten »Vollkommenseins« wird man nur durch die Verzweiflung des Versuchs möglichst nahe kommen können. Das Erreichen des Idealzustandes würde Sinnlosigkeit nach sich ziehen.
Dieses Mobile lässt den Benutzer verzweifeln. Es hängen die Buchstaben des Wortes »Vollkommenheit« an einzelnen Fäden. Doch wird man es nie schaffen, das Wort in einer Höhe lesen zu können. Zieht man an einem Buchstaben, wird ein weiterer an anderer Stelle nach oben gezogen. Der Inhalt des Mobiles wird nie sichtbar und wird stets im Unvollkommenen bleiben.
Gar nicht laut, ganz leise schleicht sich die Farbe in das Leben. Der Blick muss sich schärfen um es zu sehen, zu spüren. Auf-merksam sein, sich hingeben für die Feinheiten des Inhalts zwi-schen den Zeilen. Erst dann kann einen die Rafinesse des Ganzen erreichen und der gemeinsame Nenner findet sich bei der kleinen Wahrheit.
Jeden Tag läuft man durch triste Straßen und kommt nur zur Rast, wenn die Ampel auf Rot steht. Genau dieser Ort war Ausgangspunkt für die Klebeaktion, die sich dann auf Laternenmasten und Stromzähler ausbreitete. Durch ihre bunte, auffällige Gestaltung wird Aufmerksamkeit erregt. Die kleinen Botschaften sollen ein Lichtblick im grauen Alltag sein.
Der Lärm der Fülle des Unvollkommenen schafft Platz, um zwischen den Fugen die Vollkommenheit erst entstehen zu lassen. Wenn das Außenrum das Innendrin bestimmt. Diese Art der Interpretation des Ideals lässt sich in viele Bereiche adaptieren. Wenn im Wirrwarr des Gesprochenen die Intention des Gegenübers genau richtig verstanden wird.
Das Punkte-Verbindespiel kennt jeder aus seiner Kindheit. Man verbindet Punkte und am Ende entsteht aus den Verbindungen ein eigenständiges Bild. In unserer Arbeit haben wir den Gedanken umgedreht. Es ist zwar nach wie vor die Aufgabe, die 226 Punkte zu verbinden, doch am Ende entsteht nicht das gewohnte Bild. Der Zwischenraum, in dem keine Punkte verbunden wurden, schafft Raum für den Inhalt. Das Wort »Vollkommen« ist zu lesen, was in diesem Kontext irritierend sein kann. Doch das zeigt, dass das Vollkommene im Nicht-Perfekten liegt und so erst sichtbar werden kann.
Teils bizarr, teils logisch, teils unmittelbar, teils weit entfernt, teils berührend, teils abstoßend, teils anmutend, teils visionär, teils alltäglich, teils vielschichtig … jede Facette des Unvollkommenen lässt Interpretationsfreiraum für die Empfindung des Dargestellten. Was für einen Gegenstand hat eine Person im Kopf, wenn man ihr sagt, sie soll die Unvollkommheit in einem Bild festhalten?
Diese Arbeit geht dieser Frage nach. 800 aus Flickr heruntergeladene Bilder zeigen in der Summe die Variationsbreite der Vorstellungen zum Thema.
Auf der Suche nach der Vollkommenheit:

Absolut bester Comic ever!!! Unbedingt downloaden:
Inspektor Schuller & Kommissar Wieser auf der Suche nach der Vollkommenheit.
Entstanden im WS 08/09 in Zusammenarbeit mit Julia Schuller.
ıııııı illustration_we are your friends
Saturday, January 24th, 2009hier noch mein kleines trash-video:







